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Sitze beledern! Hier gezeigt am MX-5 NA von 2

Diese Arbeit erfordert ein wenig Feingefühl und ist auch sehr zeitaufwendig. Mit geschickten Händen hat man in etwa 6-8 Stunden beide Sitze beledert. Hier zeige ich euch nun, wie man am besten dabei vorgeht. In diesem Beispiel habe ich den Beifahrersitz genommen. Die Sitzbezüge stammen aus dem Hause Rühl-Leder und sind qualitativ sehr hochwertig. Es sind für beide Sitze insgesamt 4 Teile, 2 Sitzunterteile (Sitzfläche) und 2 Sitzoberteile (Rückenlehne). Wenn man alle 4 Teile vor sich liegen hat, wird man schnell feststellen was für den linken und den rechten Sitz benötigt wird. Die Unterschiede liegen an den Befestigungsteilen, wie z.B. dem Sitzlehnengelenk. Achtet also darauf, dass ihr die Teile nicht vertauscht!

Ich wünsche euch nun viel Spaß beim Durchlesen dieses Beitrages und hoffe, ich konnte euch ein wenig weiterhelfen und auch dazu animieren, diese Arbeit selbst durchzunehmen. Die Arbeit wird mit toll gestyltem MX-5 und angenehmen Sitzgefühl belohnt und dazu spart man noch ne Menge Geld für andere tolle Sachen.

Falls ihr noch eine spezielle Frage habt, so schickt mir einfach eine Mail, ich helfe sehr gerne weiter wo immer es geht!

Martin ‚Magman’ Müller


Benötigte Werkzeuge:

Weiterhin benötigen wir: (nicht auf dem Foto)





Hier eine Explosionszeichnung des kompletten Sitzaufbaues. So sieht man, aus wie vielen Teilen ein Sitz besteht.




Hier werden die Sitze ausgebaut, indem man die 4 Sechskantschrauben (2 vorn, 2 hinten) an den Sitzschienen herausdreht. Man nimmt dazu am besten eine Ratsche mit Verlängerung und 14er Nuss. Vorher gut mit Rostlöser behandeln und vor dem Einbau die Gewinde und Schrauben mit Kupferpaste behandeln! Das macht sich spätestens beim nächsten Ausbau bezahlt.




Den ausgebauten Sitz auf eine saubere Unterlage stellen. Man braucht einiges an Platz, also ist ein großer Tisch von Vorteil.




Nun wird der komplette Sitz getrennt. Die Kreuzschlitzschraube am Sitzgelenk herausdrehen.




Auch auf der rechten Seite, am Sitzlehnengelenk die Kreuzschlitzschrauben entfernen.




Vorsichtig die Kunststoffabdeckung hochschieben. Nun kommt man an die beiden 14er Sechskantschrauben, die man mit der Ratsche vorsichtig herausdreht. Kann sehr schwer gehn, auch hier ist Rostlöser, oder Kriechöl von Vorteil!




Nun haben wir 2 Sitzteile vor uns liegen, die wir nun noch weiter auseinanderschrauben müssen um die alten Sitzbezüge entfernen zu können.




Dazu wird an der Abdeckung der Rückenlehne erst eine kleine Kreuzschlitzschraube gelöst. Dann die Abdeckung vom Sitzlehnengelenk nach oben hin abziehen. Nun sieht man 2 weitere Sechskantschrauben, die auch herausgedreht werden müssen.




Dann kann man das komplette Sitzlehnengelenk vom Sitzoberteil abnehmen.




Nun entfernen wir die Abdeckung am Sitzunterteil. Vorsicht, dass sie euch nicht zerbricht!




Als nächstes werden die Sitzschienen entfernt. Hier hat der Rost schon Spuren hinterlassen!




Hierzu entfernen wir die vier 12er Sechskantschrauben, die sich unter den Schienen befinden. Um diese zu erreichen, löst man die Sitzarretierung und schiebt beide Schienen nach vorne, bzw. nach hinten um an die Schrauben zu kommen.




Die demontierten Sitzschienen. Vor dem Einbau ein wenig fetten!




Jetzt widmen wir uns dem Sitzunterteil. Der alte Sitzbezug wird entfernt. Dazu müssen alle Drahtringe entfernt werden.




Dies macht man am besten mit einer stabilen Flachzange, indem man die Drahtringe um die Achse dreht.




Mit der Reißnadel kann man diese Arbeit auch sehr gut verrichten!




Sind an dem Stahlunterteil alle Ringe ab, drehen wir den Sitz um.




Nun wird es ein wenig knifflig, denn an diese Ringe zu kommen, ist etwas schwieriger.




Diese Ringe sehr vorsichtig entfernen und keinesfalls nach oben abziehen, sonst reißen die Stahlstäbe, die in dem weichen Schaumstoff sitzen leicht aus.




Falls das passiert (wir hier mir z.B.) dann muss man diese Stahlstäbe wieder befestigen, denn diese halten den kompletten Bezug auf Spannung.




Hier wird gezeigt, wie man diese Reparatur am besten vornimmt: Man benötigt einen etwa 3-4 mm starken Schweißdraht, an dem man mit einer Rundzange eine Öse biegt……




Der Draht wird an der defekten Stelle eingeführt und die Öse wird an dem Stahldraht befestigt…..




….Sitz umdrehen, Schweißstab auf Spannung halten, passend kürzen, umbiegen….




…und dann wie hier gezeigt, z.B. in eine Lasche am Stahlunterboden einführen. Fertig!

Tip: Am besten isoliert man den Schweißstab überall dort, wo Metall auf Metall trifft, um spätere Knarrgeräusche zu vermeiden! Ich habe dies auch gleich nachgeholt.



 

So sieht nun unser nacktes Sitzunterteil aus.




Nun brauchen wir die Kabelbinder. Tip: Kauft euch nicht die billigsten, sondern die stabilsten, denn wenn sich später mal welche lösen, könnt ihr wieder von vorne beginnen!




An allen Stellen, an denen sich vorher die Ringe befanden kommen nun die Kabelbinder zu Gebrauch. Achtung, beachtet die Einbaurichtung, sonst muss man sie später wieder umdrehen und diese Arbeit ist sehr fummelig. Man nimmt am besten eine Pinzette, oder eine abgewinkelte Schnabelzange, um die Kabelbinder durch die Stahlstäbe zu ziehen!




So sollte unser Sitzunterteil nun aussehen, bevor wir nun mit dem beledern beginnen.




Lederbezug auflegen, grob ausrichten….




…an den Kederstellen (Textillasche mit eingeführtem Kunststoffstab) mit der Reißnadel durchstechen….




…Kabelbinder einfädeln…..




…und gleichmäßig zuziehen. Die Kabelbinder nicht zu kurz abschneiden, ansonsten besteht die Gefahr, dass sie sich wieder lösen können!




So sieht das belederte Sitzunterteil von unten aus.




Jetzt kann man die Sitzschienen wieder befestigen. Auch hier am besten ein wenig Kupferpaste vorher in die Gewinde und auf die Schrauben auftragen. Darauf achten, dass die Zahnung rechts und links übereinstimmt!




Fertig ist das Unterteil! Pause? Nee, es geht gleich weiter.... :-)




Los geht’s mit dem Sitzoberteil, sprich Rückenlehne. Man öffnet den Reißverschluss und nimmt die Abdeckung (ist bei USA-Modellen für Lautsprecher gedacht!) heraus. Mein NA- Modell hat integrierte Kopfstützen, es gibt aber auch Modelle mit ausziehbarer Kopfstütze. Diese wird dann extra beledert.




Hier die Abdeckung, die aus PE-Kunststoff besteht.




Hier sieht man dann wieder 3 Drahtringe, die zuerst entfernt werden müssen.




Dann entfernt man unten am Rückenteil die Ringe.




Nun kann man einen Teil der Rückenlehne hochklappen. Nun sieht man an ein seperates Sitzlehnenteil. Auch hier alle Ringe sehr vorsichtig entfernen.




Das ausgebaute Sitzlehnenteil.




Nun den Stoffbezug nach oben hin entfernen.




Unsere ‚nackte’ Rückenlehne.




Auch hier wieder die Kabelbinder einfädeln. Immer wieder kontrollieren, dass ihr sie richtig herum einfädelt!




Nun wird der Lederüberzug von oben über die Kopfstütze übergestülpt, nachdem man vorher den Reißverschluss geöffnet hat. Das geht ein wenig schwer. Tip: Das Leder ein wenig anwärmen mit einem Föhn, oder so wie ich das gemacht habe, das Leder vor der Montage für kurze Zeit über einen Heizkörper legen!
Falls es immer noch schwer geht, das Leder überzustülpen; zieht euch genoppte Gummihandschuhe an (bekommt man im Baumarkt), dann geht diese Arbeit sehr leicht und man kommt nicht so schnell ins schwitzen!

Ist der Lederbezug in Form, dann befestigen wir ihn zuerst oben in der Kopfstützenkammer mit 3 Kabelbindern.




Reißverschluss schließen und den kompletten Bezug stramm nach unten ziehen. Wichtig! Darauf achten, dass die Nähte schön in der Flucht liegen, denn später kann man daran kaum mehr etwas ändern.




Nun die inneren Befestigungen vornehmen. Vorsichtig zuziehen wegen den innen liegenden Stahlstäben!




An verschiedenen Stellen muss man das Leder selbst durchstechen, dies macht man auch wieder mit der Reißnadel. Aufpassen, akute Verletzungsgefahr! Ist mir selbst passiert.... Auaaaaaaaaaaa ;-(




Nun wird das Sitzlehnenteil wieder eingesetzt und befestigt.




Alles wieder gut strammziehen und darauf achten, dass nicht zu viele Falten entstehen bei den Seitenwangen der Sitzfläche.





Dann wird der Bezug hinten an der Unterseite festgezogen.




Einige Löcher waren bereits ab Werk in den Sitzbezügen, manche muss man selbst herstellen, wie z.B. hier zu sehen ist für das Sitzscharnier. Macht am am besten mit der Reißnadel und weitet sie dann mit der Flachzange etwas auf.




Auch die Gewinde für die Sitzscharnierleiste sind noch verdeckt. Mit den Fingern ertasten….




…dann mit der Reißnadel durchstechen…..




….und mit dem Cuttermesser in Kreuzform aufschneiden.




Das sieht erst mal etwas schlimm aus, wird aber später voll abgedeckt durch das Sitzlehnengelenk.




Nun befestigt man wieder alle Teile. Schrauben etwas einfetten!




Die fertige Rückenlehne.




Kupferpaste, oder wie hier WD-40 in die Gewinde und auch auf die Schrauben erleichtert die Montage!




Hier wird die Rückenlehne auf das Sitzpolster montiert. Tip: die Kunststoffrosetten ein klein wenig anwärmen mit dem Föhn, dann passen sie sich besser an und sie können bei der Monatage nicht aufreißen!




Alle Schrauben behutsam andrehen, denn nach fest kommt ab!!!




Et voila…. Geschafft! Die ganze Arbeit nun noch einmal mit dem Fahrersitz vornehmen, wieder einbauen und glücklich sein :-)




Tip: Falls noch ein paar Falten übrig bleiben, nicht verzagen. Man nimmt einen angefeuchteten Schwamm, tränkt die Falten etwas damit ein und erwärmt diese gleich wieder mit dem Föhn…. wie von Zauberhand verschwinden die hässlichen Falten, da sich das Leder bei dieser Methode zusammenzieht! Das geht auch später, nach Benutzung der Sitze immer wieder sehr gut.

Allerletzter Tip: Pflegt und reinigt eure Ledersitze immer mit einem guten Pflegemittel, denn das Leder braucht immer Feuchtigkeit, da es von der Sonnenausstrahlung (UV-Strahlen) regelrecht austrocknet und schnell spröde wird. Gerade unsere Roadster, die ja vorzugsweise offen gefahren werden, sind davon sehr betroffen!