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Fensterheber beim NA restaurieren von 2

Bericht und alle Bilder freundlicherweise bereitgestellt von Björn Kemmer


Viele von Euch kennen wahrscheinlich das Problem mit den Fensterhebern beim NA, entweder gehen sie viel zu langsam (bei mir hat es bis zu 14sec gedauert)  oder gar nicht mehr bis nach unten.
Nur die Rollen und Züge mit Silikonspray zu schmieren wäre zwar das einfachste, ist aber bei weitem nicht so effektiv wie eine Komplett-Überholung, v.a. da an die entscheidenden Stellen fast nicht beizukommen ist, da sie zur Türseite gerichtet sind.

Wir benötigen:

- Bremsenreiniger
- Gutes Fett
- Silikonspray
- Kontaktspray
- Silikonentferner
- Rasierklinge
- Spitzzange
- Kreuzschlitzschraubenzieher
- normalen kleinen Schraubenzieher
- Ratsche mit 14er/12er Nuss bzw. entsprechenden Maulschlüssel
- jede Menge Papiertücher und Ohrenstäbchen

Dass die Fensterheber so schwergängig sind hat viele Ursachen:

-altes verharztes Fett und Dreck in den Schienen, im Motorgehäuse und an den Umlenkrollen
-Verkantete Scheiben: Wer hat noch nicht die Tür an der Scheibe zugedrückt?
-Elektrik: korrodierte, angekokelte Kontakte, es kommt nicht genug Strom beim Motor an

Elektrik:

Zuallererst wird die Mittelkonsole losgeschraubt (5 Schrauben), etwas angehoben und dann der Fensterheberschalter losgeschraubt (3 Schrauben).  Nach Abziehen des Steckers in Schaltknüppelnähe kann man den Schalter rausnehmen.  Die Kontakte legt man frei, indem man die kleine Schraube auf der Rückseite aufdreht und die weiße Platte vorsichtig aushebeln, achtet auf die rausfallenden Kupferplättchen (vier). Wahrscheinlich sieht es dann mindestens so aus:




Die verkokelten Kontakte mit Kontaktspray einsprühen, kurz einwirken lassen und dann die Kontakte blankwischen; das gleiche mit den Kupferplättchen. Anschließend noch mal dünn mit Kontaktspray einnebeln und alles wieder zusammenbauen. Dazu die Kupferblättchen mit der Wölbung nach unten einlegen und den Schalter wieder zusammenbauen.
Ist das Plastik schon teilweise weggeschmolzen und der Kontakt nach unten abgesackt, wird das geschmolzene Plastik mit dem Cutter entfernt und das Plättchen entsprechend gebogen.

Mechanik Ausbau:

Zuerst wird die Türverkleidung entfernt und die Dampfsperrfolie mit der Rasierklinge entfernt (nicht die Folie, sondern den Karosseriekitt durchtrennen!)

Siehe:  http://www.mx-5.de/html/turverriegelung_modifizieren.html , mit dem Unterschied, dass hier die ganze Folie entfernt wird. Dazu wird vorher der Türöffner abgeschraubt (3 Schrauben, rote Kreise) und das Verriegelungsgestänge ausgehängt (gelbe Kreise):




Als nächstes wird die Seitenscheibe ausgebaut, hierzu wird die Scheibe in Mittelposition gefahren, so dass man alle 5 Schrauben  auf dem unteren Bild aufdrehen kann. Zuerst die Schrauben in den gelben Kreisen aufdrehen, und die  Anschlagpuffer herausnehmen. Sollte dies nicht klappen, kann man alternativ auch die Endanschläge an der oberen Türkante losdrehen. Anschließend  die drei Schrauben in den roten Kreisen losdrehen und die Scheibe vorsichtig nach oben herausnehmen.




Das Bild unterhalb zeigt die Führungsrolle des Fensters in der hinteren Schiene. Daß dieses Fett alles andere tut als Schmieren ist ihm schon anzusehen. Mit Bremsenreiniger säubern und anschließend mit Silikonspray einsprühen.




Im nächsten Schritt werden die vordere und hintere Führungsschiene ausgebaut. Die Hintere ist mit zwei 14er Muttern befestigt; Aufdrehen und die Schiene nach oben rausholen. Das Innere mit Bremsenreiniger einsprühen und das ganze alte Fett mit Tüchern rausholen. Mehrfach wiederholen, bis die Schiene sauber ist. Die vordere Schiene muß ausgebaut werden, um an den Fensterhebermotor zu kommen. Dazu auf der Türunterseite sowie an der Türkante die entsprechenden Schrauben lösen. Oben findet man an der Spitze des Dreiecksfensters eine kleine Schraube IN der Dichtungsfalz. Diese aufdrehen, anschließend kann die Dichtung von unten her abgezogen werden und gibt oben eine weitere Schraube frei. Diese Lösen und die Schiene dann erst nach hinten und dann nach oben wegziehen.
Der Motor ist mit drei Muttern befestigt, diese aufdrehen und den Motor durch die 2. Öffnung im Türraum nach außen  holen und den Stecker von der Elektrik abziehen. Die Fensterhebermechanik ist mit je zwei 14er Muttern oben und unten befestigt, diese ebenfalls lösen. Jetzt noch die 2 Klammernieten?, mit denen die Bowdenzüge an der Tür befestigt sind, nach innen durchdrücken und dann die gesamte Einheit durch das Loch aus der Tür holen.

Das Rollengehäuse des Motors wird aufgeschraubt und erstmal grob das Fett entfernt, so dass die Wicklung auf der Rolle zu erkennen ist.

Markiert Euch, welcher Zug auf der unteren Hälfte der Rolle aufgewickelt ist und durch welche Öffnung er geht!!

Jetzt kann man beide Federn am Motor zusammendrücken und vorsichtig die Rolle mit einem kleinen Schraubenzieher heraushebeln.
Auf dem Bild habe ich schon die Abdeckung vom Rollengehäuse entfernt und das meiste Fett rausgepult. Die Kreise zeigen zwei Verstellschrauben, die beim Zusammenbau enorm wichtig sind.




Das Rollengehäuse, die Rolle sowie die Bowdenzüge mit Bremsenreiniger und Tüchern vom Fett befreien. Ist die Rolle  (oder die Bowdenzüge bzw. Umlenkrollen) beschädigt, gibt es die Ersatzteile einzeln bei IL Motorsport oder als Reperaturset neuerdings auch bei Mazda selbst (OHNE Motor, es gab da ein Rund-   schreiben!).

Die Umlenkrollen  sehen wahrscheinlich auch so aus, wie unten, von Schmierung kann hier keine Rede mehr sein!  Den Bowdenzug aushängen und alles gründlich säubern.




Als letztes bleibt noch die Schiene vom Fensterhebergestänge, auch diese gründlich vom Fett befreien, dazu mehrmals die Scheibenaufnahme nach oben bzw. unten bewegen und hintendran saubermachen…sie läuft ironischerweise OHNE Fett besser als mit dem alten!

Mechanik Zusammenbau:

 Jetzt kommt der schwierige Teil. Als erstes markieren Wir die Position der beiden schwarzen Einstellschrauben  und drehen sie dann drei Umdrehungen weiter zu. Danach werden die Bowdenzüge durch die entspr. Öffnungen gesteckt. Der markierte Zug wird auf der Unterseite der Rolle eingehängt und dann vorsichtig aufgewickelt. Verschiebt dabei die Scheibenaufnahme soweit, dass Ihr möglichst viele Windungen hinkriegt. Dann setzt Ihr die Rolle zur Hälfte wieder ein und zieht am anderen Bowdenzug das Kabel straff.




Der nächste Schritt ist, beide Federn bis zum Anschlag zusammenzupressen und erneut mit dem freien Bowdenzug das Kabel komplett straff zu spannen (entweder Ihr macht dies einhändig oder Ihr benötigt einen Helfer). Den Zug direkt oberhalb der letzten Wicklung des unteren Zuges auf die Spule wickeln und zum Schluß auf der Oberseite einhängen, dabei muß nach jeder Wicklung die Rolle etwas weiter ins Gehäuse geschoben werden und der Bowdenzug kontinuierlich nachgezogen werden. Zum Schluß sollte es gerade so reichen, nicht verzweifeln, ich habe auch 4 Versuche gebraucht!

Wenn die Rolle wieder komplett auf der Welle sitzt kann man die beiden Einstellschrauben wieder die drei Umdrehungen herausdrehen. Den Deckel noch nicht anschrauben!

Abgesehen vom Rollengehäuse werden jetzt alle Umlenkrollen, Schienen und Bowdenzüge mehrfach gut  mit Silikonspray eingesprüht, dann wird die komplette Einheit wieder in die Tür eingebaut, allerdings nur ganz locker festgeschraubt. Der Motor wird wieder an die Elektrik angeschlossen und betätigt, um  den Zusammenbau zu kontrollieren.

Passt alles, kann man das Rollengehäuse mit dem Fett schmieren. dazu immer kleine Klumpen auf die Bowdenzüge auftragen und durch Hoch- und Runterfahren des FHs im Gehäuse verteilen. Deckel aufschrauben und den Motor wieder einbauen. Alle Züge und Umlenkrollen nochmals einsprühen,  dann die Führungs-schienen wieder einsetzen, allerdings ebenfalls nur ganz locker anschrauben.

Das Fenster wieder einbauen und ganz hochfahren lassen. die Fensterhebermechanik so festschrauben, dass die Scheibe bei geschlossener Tür leicht gegen die oberen Türdichtungen drückt. Danach die Scheiben mehrmals Hoch- und Runterfahren lassen, dadurch stellen sich die Führungsschienen in die günstigste Position und können festgeschraubt werden. Die Schienen von oben nochmals mit Silikonspray einsprühen, dann können Folie und Verkleidung wieder installiert werden.

Von den Scheiben muß zum Schluß noch das Silikon entfernt werden, und dann können

Wir uns wieder über richtig klasse funktionierende Fensterheber freuen!!!

Kaputtgehen kann eigentlich nichts. Auf Fehler oder Funktion kann ich natürlich keine Garantie übernehmen. Falls Ihr noch Fragen habt, mailt einfach!

Viel Spaß beim Nachbasteln!!!

Björn Kemmer (RacingGreen)